Ein Geschäftsmodell, das immer wieder zu funktionieren scheint: Sorgen Sie für negative Presse!
Ich wäre gespannt wie folgende Umfrage ausgehen würde:
An was denken Sie, wenn Sie an die Hochzeit von William & Kate denken?
Ich habe die Hochzeit nicht live verfolgt, aber in allen Zusammenfassungen - und an denen kam man an Tag x nicht vorbei, gab es eigentlich nur drei Themen:

1. Der kurze Kuss ( hat ja wenigstens tatsächlich etwas mit dem Brautpaar zu tun)
2. Das eigentliche Highlight für viele: Die Rückenansicht der Schwester der Braut - denn plötzlich verfolgten auch Männer die Hochzeit mit großer Aufmerksamkeit.
3. Highlight Nummer 3: das geweihähnliche Teil, das auf Prinzessin Beatrices Kopf thronte.

Das waren die drei Highlights, die auf allen Sendern zu bewundern waren.
Bei dem "Hut" war die Welt sich einig.
Geschmack ist zwar relativ, aber dieses eigenartige Gestell konnte man selbst mit Wohlwollen nur als unterirdisch bezeichnen.

Aber - der Mut zur Häßlichkeit zahlt sich aus - wenn man auf Publicity aus ist.
Und in England gehört schon einiges dazu, wenn ein einziger Hut sich aus der Masse der teilweise recht abenteuerlichen Kopfbedeckungen abhebt und die Medien sich darauf stürzen.

Und wen wundert's? Der Hut, der die Welt fasziniert hat, wird nun bei eBay angeboten - als Charity Angebot!
Fast 500.000 Menschen haben sich den Hut bereits erneut angesehen:
Princess Beatrice Royal Wedding Hat by Philip TreacyListed for charity
Aktuell liegt das Höchstgebot umgerechnet bei fast 20.000 Euro und das wird sicher nicht der Endpreis sein.

Wenn man das Zitat von Prinzessin Beatrice liest, könnte man fast denken, dass sie ganz bewusst einen Hut ausgesucht hat, auf den sich die Presse stürzt, um nach der Hochzeit ordentlich Geld für Ihre Charity Aktivitäten einzusammeln:

"I’ve been amazed by the amount of attention the hat has attracted. It’s a wonderful opportunity to raise as much money as possible for two fantastic charities. I hope whoever wins the auction has as much fun with the hat as I have."

Das macht den Hut ( und sie) dann wieder sympathisch:-)

Was kann man daraus lernen?
Punkten kann man mit Extremen.
Wer nicht den schönsten Hintern hat, muss den häßlichsten Hut tragen, um die Presse zu entzücken!
Hauptsache sie schreiben - dann kann man später aus der Publicity Kapital schlagen - selbst wenn die Berichterstattung auf den ersten Blick negativ ist.

Update:
Der Hut wurde für knapp 93.000 Euro versteigert!