Ganz unten – wenn die Fassade einstürzt

Ich muss sagen, die Geschichte, die ich gerade gelesen habe, hat mich tief erschüttert:
Eine Berliner Bloggerin berichtet mit bemerkenswerter Offenheit, dass sie alles verloren hat und wie es dazu kommen konnte.
Obdachlos, die Katzen im Tierheim, das Eigentum bis auf Kleidung und Papiere gepfändet.
Ich bin sehr froh, dass sie diesen sicher sehr schweren Weg gegangen ist, denn nun erfährt sie Unterstützung und Zuspruch, den sie verdient hat und dringend benötigt!
Menschen, die alles verlieren sind eben nicht zwangsläufig der Bodensatz unserer Gesellschaft – Menschen, die Hilfe benötigen sind nicht immer nur zu faul oder zu dumm – das wird spätestens dann klar, wenn man den Artikel gelesen hat.
Wir lesen von Menschen wie Robert Enke, deren stumme Schreie kaum jemand gehört hat und stehen fassungslos vor dem Resultat.
Hier gibt es einen Schrei, den wir hören können. Einen Menschen, der den Mut hat, um Hilfe zu bitten und dem wir rechtzeitig helfen können!
Auf Drängen einiger Leser hat sie einen PayPal Spendenbutton integriert und wer meinen Blog regelmässig liest, der weiß, dass ich nicht dazu neige, meine Leser zu Spenden aufzurufen.
In diesem Fall würde ich gerne eine Ausnahme machen.
Lesen Sie den Artikel und entscheiden Sie, ob Sie helfen wollen!
Ich habe das PayPal Knöpfchen auch schon gedrückt und eine kleine Spende gesendet.

4 Kommentare
  1. Sabine
    Sabine says:

    Ja, da steht jemand vor dem Ruin, den er sich über Jahre hinweg hart erarbeitet hat. Ich muss gestehen, dass ich kein Mitleid mit Langzeitarbeitslosen habe. Und ich sage auch warum: Jeder ist für sein Leben bzw. was er daraus macht selbst verantwortlich. Das ist etwas was leider heutzutage viele Menschen nicht ernst nehmen. Schuld sind am Ende immer andere oder in den meisten Fällen die Umstände. Klar muss man erst den Glauben an sich haben um etwas im Leben zu erreichen, aber auch das kann keiner einem abnehmen. Das Zauberwort ist: Wollen. Und genau daran liegt es bei vielen. Die Bequemheit und das Hinauszögern siegt. Wer wirklich will, der kann auch. Ich muss sagen, dass mir in diesem Fall der Vermieter mehr Leis tut. Er bietet dem Menschen zu einvernehmlichen Bedingungen ein Dach über dem Kopf und der Mieter betrügt ihn indem er sich nicht an die Abmachung hält. Womit hat der Vermieter das verdient oder anders gefragt, was gibt Menschen das Recht auf Kosten anderer zu wohnen und sich dann auch noch ungerecht behandelt zu fühlen? Mensch Leute beginnt endlich damit euer Leben eigenverantwortlich zu Leben, dann könnt ihr alles erreichen.

  2. Marion
    Marion says:

    @Sabine, ich denke da muss man ganz klar differenzieren.
    Natürlich gibt es viele und ich möchte nicht einmal ausschließen, dass es die Mehrzahl ist, die auf Staatskosten schmarotzen und sich einen bunten Tag machen.
    Bei den Menschen ist meine Toleranzgrenze unterirdisch niedrig. Nicht einen Cent würden die von mir bekommen!
    In diesem Fall bin ich jedoch sicher, dass es nicht so ist und da helfe ich dann auch gerne ( auf dem Weg auch dem Vermieter wieder an sein Geld zu kommen, denn für den habe ich auch Verständnis!).
    Sie gibt nicht anderen die Schuld, sie sieht ganz klar, dass sie sich dort hineinmanövriert hat und damit schafft sie auch die Voraussetzung, den Weg aus dem Chaos zu finden, aber sie braucht den Anschub.
    Wenn man sich ansieht, dass das Blog seit 2006 besteht! gut gepflegt ist und eine offensichtlich recht große Stammleserschaft hat, dann frage ich mich natürlich warum sie nicht versucht hat, das Blog zu monetarisieren. Hier wäre sicher schon etwas zu machen gewesen.
    Aber – und das zeigt sich auch in ihrem Beitrag- sie gehört zu denen, die nicht nehmen wollen und lieber selbst in den Ruin gehen, als andere Menschen “ zu belästigen ( mit Werbung z.B.).
    Ich glaube ihr, dass sie nicht immer nur zuerst an sich denkt, nur in ihrem Fall rächt sich das jetzt gerade.
    Aber genau das unterscheidet sie von den “ üblichen Verdächtigen“ – die denken nämlich ausschließlich an sich, leben auf unsere Kosten, gehen vielleicht noch schwarz arbeiten und machen sich einen schönen Tag. Aber man muss auch sehen, dass nicht alle so sind!

    Gruß
    Marion

  3. Sabine
    Sabine says:

    Wenn sie lieber von sich gibt anstatt von anderen zu nehmen, frage ich mich, warum sie dem Vermieter, dem Stromanbieter und allen anderen von denen sie Leistungen bezogen hat davon ausschließt. Denn gerade diese Leute hätten auf ihrer Ich-gebe-gerne-Liste ganz oben stehen müssen. Dafür hätte sie vielleicht drüber nachdenken sollen, den Blog zu monetisieren, anstatt nur denen erwas zu geben, von denen sie keine Leistungen oder Produkte bezieht.

  4. Marion
    Marion says:

    @Sabine,
    als Außenstehender ist es einfach zu urteilen, aber es gibt eben tatsächlich Situationen im Leben, in denen man nicht mehr kann und nicht mehr weiter weiß.
    Wir alle sollten hoffen, dass es uns nicht passiert, aber ich weigere mich ein Pauschalurteil über die Menschen zu fällen, die in der Gesellschaft der “ Starken, Mutigen und Erfolgreichen“ nicht immer funktionieren.
    Sie zeigt sehr viel Stärke, wenn Sie zugibt, dass sie schwach war oder einfach nicht mehr konnte.
    Für mich ist Schwäche, wenn ich auf die vermeintlich Schwächeren herabsehe und sie von „oben“ weiter in den Dreck trete.

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