Das Thema "Indie-Autoren" habe ich schon etwas länger auf dem Schirm, aber wie immer türmen sich bei mir verschiedene Projekte und To-do-Listen und noch nicht angefangene Projekte stehen in der Prioritätenliste weit unten.
Zunächst einmal die Antwort auf die Frage: Was sind Indie-Autoren?
"Indie" ist abgeleitet von " Independent = selbständig, unabhängig".
Ein Indie Autor schreibt also nicht für einen Verlag, sondern auf eigene Rechnung.
Nun würde ich persönlich kein Book-on-demand produzieren wollen.
Books-on-demand - also Bücher, die ein Autor selbst auflegt und dafür entsprechend in Vorleistung tritt, haben für mich immer den Beigeschmack von "sind bei allen Verlagen durchgefallen".
Das mag in der Realität anders sein, aber es käme für mich nicht in Frage ein book-on-demand zu veröffentlichen.
Nun habe ich den Vorteil, dass ich unter meinem Namen bereits zwei Bücher über zwei verschiedene Verlage veröffentlicht habe und beide Bücher Bestseller waren.
Unter zwei verschiedenen Pseudonymen habe ich weitere Veröffentlichungen über zwei weitere Verlage publiziert.
Besonders mit dem Haufe Verlag habe ich ausgesprochen positive Erfahrungen und würde diesen Verlag jederzeit empfehlen.

Was also reizt mich daran, es als Indie-Autorin zu versuchen?

Natürlich gebe ich zu, dass mich die Story von Amanda Hocking gereizt hat.
Amanda Hocking gilt offiziell als erste Indie-Autorin, die es zur Millionärin geschafft hat und das in rasend schneller Zeit.
Sie veröffentlicht ihre Bücher, die sich thematisch mit Vampiren beschäftigen, selbst als Kindle Edition und stellt sie bei Amazon.com ein.
Die 26-jährige verkauft heute im Monat ca. 100.000 Bücher über Amazon.com und verdient damit ca. 200.000 Dollar im Monat.
Das Konzept von Amazon ist einfach.
Die Autoren bekommen bis zu 70% des Umsatzes- für einen klassischen Autoren gigantische Zahlen!
Bei Preisen bis zu 2,99 Dollar bleiben 35% des Verkaufspreises beim Autor.
Amanda Hocking bietet viele ihrer Bücher für weniger als 3 Dollar an, aber es rechnet sich.

Natürlich ist mir auch die Amazon Meldung nicht entgangen, dass im Weihnachtsgeschäft 2010 erstmals mehr Kindle e-Books als gedruckte Bücher verkauft wurden.

Und auch die Gerüchte, dass Amazon den Kindle in Zukunft möglicherweise kostenlos zur Verfügung stellen will, entgehen mir nicht.

Ich denke, dass eBooks eine glänzende Zukunft haben und ich gehöre gerne zu den ersten, die sich an erfolgversprechenden Projekten versuchen.

Es wäre Utopie, die Verkaufszahlen von Amanda Hocking als Maßstab zu nehmen - dafür ist es in Deutschland für deutsche Autoren noch viel zu früh.
Aber die Zeiten werden sich ändern und dann hätte ich gerne bereits genug Erfahrung und damit einen Vorsprung gegenüber anderen Autoren, die jetzt noch warten, bis es sich wirklich lohnt.
Auf Erfolgsgeschichten wie die von Amanda Hocking werden wir in Deutschland noch warten müssen - das muss jedem klar sein.

Deutsche Millionäre wird es so schnell vermutlich nicht geben, aber der Markt wird wachsen und es kann nicht schaden, wenn man möglichst früh viele Erfahrungen sammelt.
In den Sommermonaten geht alles etwas gemütlicher zu und es bleibt etwas mehr Zeit als in den restlichen Monaten des Jahres und so habe ich mich entschieden jetzt zu starten.

Amazon ist natürlich keine Übungswiese, auch wenn es für mich persönlich ein erster Test ist.
Was eingestellt ist, muss sich der Kritik stellen und den Ansprüchen der Leser genügen.
Da es mein erster Versuch ist, habe ich mich für ein kurzes e-Book entschieden und da der abgedroschene Spruch "Sex Sells" immer wieder funktioniert, werde ich mit einer erotischen Kurzgeschichte beginnen - vermutlich unter Pseudonym.

Die Überlegung, ob ich unter Klarnamen oder Pseudonym veröffentlichen werde, ist eigentlich die schwierigste Entscheidung.
Es wäre unter vielen Gesichtspunkten deutlich einfacher unter meinem Namen zu schreiben, schon alleine unter Marketinggesichtspunkten. So könnte ich z.B. Werbung auf einigen meiner Blogs machen und würde nicht ganz bei Null anfangen.
Da es mein erster Versuch und auch das Thema natürlich sensibel ist, tendiere ich jedoch dazu, unter Pseudonym zu schreiben.
Die endgültige Entscheidung hebe ich mir noch auf.
Spätestens Ende des Monats soll die Geschichte online sein und dann werde ich über meine ersten Versuche als Kindle Autorin berichten.