Ein Facebook Witz brachte den Stein ins Rollen:

Der US-Autor Adam Mansbach hatte - offensichtlich etwas genervt, weil sein Kind partout nicht einschlafen wollte - bei Facebook angekündigt, ein Buch mit dem Titel " Go the Fuck to Sleep "- frei übersetzt: " Verdammt noch einmal - schlaf endlich ein!" schreiben zu wollen.
Der Witz: Er meinte das nicht ernst, aber die Facebook Nutzer waren begeistert und wollten das Buch unbedingt lesen!
Also kündigte der Autor offiziell ein 32 Seiten Büchlein an und stürmte damit aus dem Stand auf Platz 1 der Amazon Bestsellerliste.
Wohlgemerkt: Das Buch gibt es noch nicht - es ist noch nicht einmal geschrieben- nur das Cover steht!

Ich habe ähnliches selbst erlebt.
Im Januar 2002 hatte ich ein Interview mit der Zeitschrift "Tomorrow" und gerade zwei Tage vorher hatte ich überlegt, ob ich nicht ein Buch über eBay schreiben soll.
Das war kein konkreter Plan, nur eine erste Überlegung.
Zu diesem Zeitpunkt gab es kein deutsches Buch über eBay und da ich zu den bekannten Powersellern gehörte, haben viele mich per Mail um Rat gefragt.
Mein Ex-Mann, der nicht verstehen konnte, dass ich neben meiner eigentlichen Arbeit ständig stundenlang Mail-Support geleistet habe, hat vermutlich auch mehr aus Scherz den Stein ins Rollen gebracht und gesagt: " Schreib' doch einfach ein Buch, dann können alle nachlesen und Du musst nicht ständig kostenlosen Support leisten."
Wie gesagt - das war zwei Tage vor dem Interview.
Dann fragte mich die Journalistin, ob ich schon einmal mit dem Gedanken gespielt habe, ein Buch zu schreiben und ich sagte spontan: "Ja, ich bin dran!".
In ihrem Artikel las sich das dann auch so: " In Kürze wird Marion von Kuczkowski das erste deutsche Buch über eBay veröffentlichen".
Jetzt gab es für mich kein Zurück mehr und dann ging alles ganz schnell.
Schon der erste Verlag, dem ich meine Idee vorgestellt habe, hat mich unter Vertrag genommen und schon im Februar war das Buch bei Amazon vorbestellbar und stürmte auch sofort die Bestsellerliste - obwohl der Erscheinungstermin erst für April angekündigt war.

Damals habe ich übrigens gedacht: "Nie wieder!". Das war Stress pur.
Durch den Zeitdruck habe ich das Buch ( knapp 230 Seiten) in weniger als 4 Wochen geschrieben.
Einige Male dachte ich, ich muss meinen PC aus dem Fenster werfen und tief vergraben:-)
Aber das vergeht.

Insofern - wenn ich heute ein neues Buchprojekt planen würde, könnte ich mir durchaus vorstellen mit einem "Facebook-Ballon" oder ähnlichem zu arbeiten.
Möglichkeiten gibt es einige und warum soll man sie nicht nutzen?
Wie man sieht - solche " Ballons" können durchaus zum Durchbruch verhelfen ( oder eben auch zeigen, dass niemand Interesse hat)