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Wie erstrebenswert ist Reichtum?

Vor kurzem ist einer der Aldi Gründer, Theo Albrecht, verstorben.
Theo Albrecht galt als einer der reichsten Männer Deutschlands und wurde sicher von vielen beneidet.
Mich hat vor allem eine Randnotiz im Zusammenhang mit seinem Tod betroffen gemacht:
Der Verkauf seines Mercedes S 420 L.

Schaut man sich die Ausstattung dieses Mercedes an, bekommt man eine Ahnung, wie es sich als einer der reichsten Menschen lebt.
Ist es ein Leben in Angst? In Angst vor Entführungen und Anschlägen auf das eigene Leben?
Theo Albrecht war kein Mann, der in der Öffentlichkeit den James Bond mimen wollte, sein Schutzbedürfnis hatte einen traurigen Hintergrund.
In den 70er Jahren wurde er 17 Tage lang von Entführern festgehalten.

Sein Wagen sollte ihn schützen und das hätte er mit dieser Ausstattung sicher im Notfall auch getan:
Das komplette Fahrzeug inkl. Reifen war schusssicher – die Seitenscheiben mit eigener Hydraulik 6,5 cm dick.
Die Nato-Höchstschutzpanzerung hätte Angriffen mit Schusswaffen, Sprengstoff- oder Brandbombenattacken widerstanden.
Damit etwaige Sprengsätze keinen Personenschaden anrichten, konnte es von außen gestartet werden.
Es verfügte über eine Wechselsprechanlage mit Richtmikrofon, konnte jedes Wort im Umkreis von 30 Metern abhören.
Eine eigene Atemluftversorgung sollte Giftgasanschläge vereiteln, die Türen waren im Notfall von innen sprengbar.
Im Kofferraum war ein Telefon versteckt, natürlich ließ sich der Kofferraumdeckel auch von innen absprengen.

Vielleicht war er gar nicht freiwillig so öfentlichkeitsscheu wie die Medien ihn gerne dargestellt haben.
Vielleicht hätte er sich manchmal gewünscht “ ganz normal “ leben zu können.
Als einer von uns.
Hier muss man sich ehrlich fragen, ob man tauschen wollen würde.
Ich nicht! Für kein Geld der Welt!

Karl Albrecht – der reichste Deutsche: Ein Phantom ist 90 geworden

Ganz genau weiß man es nicht:
Wann genau Aldi-Gründer Karl Albrecht geboren wurde.
Vermutlich am 20. Februar 1920.
Man weiß so wenig über ihn. Wie sieht er aus?
Das letzte und einzige Foto von ihm stammt aus dem Jahr 1987.
Wo wohnt er?
Auch hier gibt es nur Spekulationen.
In die enge Auswahl kommen Essen, Mülheim/Ruhr, Köln und Donaueschingen.
Vermutlich ist es Donaueschingen.
Was man weiß:
Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Eine Tochter und einen Sohn.
Mit geschätzten 17 Milliarden Euro Vermögen rangiert er auf Platz 1 der Liste der reichsten Deutschen- vor seinem Bruder Theo Albrecht.

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Die Albrecht-Brüder wuchsen in ärmlichen Verhältnissen in Essen auf.
Ihr Vater musste wegen einer Staublunge seinen Job als Bergarbeiter aufgeben und einen schlecht bezahlten Job in einer Brotfabrik annehmen.
Eigentlich legte die Mutter den Grundstein für das Aldi-Imperium, denn sie war diejenige, die im Essener Bergarbeitervorort Schonebeck einen kleinen Lebensmittelladen eröffnete, um die Familie finanziell über Wasser zu halten.
Später übernahmen die Söhne das Geschäft und bauten nach und nach eine kleine Ladenkette auf.
Das Unternehmen wurde bereits 1960 aufgeteilt.
Karl Albrecht übernahm dabei den Teil südlich der Ruhr – kurz Aldi-Süd.
Die Aldi-Geschäfte in Australien und in den USA gehören zu Aldi Süd, die in Portugal und Polen zu Aldi Nord.
Der wirkliche Durchbruch begann 1962 mit der Gründung des ersten Discounters.
Albrecht-Discount = „Aldi “ war geboren und revolutionierte das Einkaufen in Deutschland.
Heute gibt es in Deutschland mehr als 4000 Filialen, aber auch im Ausland sind die Brüder aktiv.
Aldi ist heute der neuntgrösste Handelskonzern der Welt.

Die Aldi-Brüder haben die Öffenlichkeit immer gescheut.
1971 gelangten sie durch die Entführung von Theo Albrecht ins Rampenlicht.
Er wurde nach 17-tägiger Gefangenschaft gegen Zahlung eines Lösegeldes von 7 Millionen Mark freigelassen. Danach zogen die Aldi-Brüder sich noch weiter aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit zurück.

Eine Entscheidung, die vermutlich viele verstehen können!